Widerstand gegen die gute Botschaft
Georg Plank

Widerstand gegen die gute Botschaft

Vielleicht haben Sie auch schon ähnliche Erfahrungen gemacht wie Rutger Bregman, wenn er schreibt: „Bevor ich über meine Suche nach einem neuen Menschenbild berichte, drei Warnungen vorweg. Wer sich für den Menschen einsetzt, tritt gegen eine Hydra an, das mythologische Monster mit sieben Häuptern, die sofort doppelt nachwuchsen, sobald Herkules sie abschlug. Ähnlich verhält es sich mit dem Zynismus. Für jedes menschenfeindliche Argument, das man für ungültig erklärt, kriegt man zwei zurück. Die Fassadentheorie ist ein Zombie, der sich weigert zu sterben. Wer sich für den Menschen einsetzt, tritt auch gegen die Mächtigen der Erde an. Für sie ist ein hoffnungsvolles Menschenbild rundherum bedrohlich. Staatsgefährdend. Autoritätsuntergrabend. Schließlich bedeutet es immer, dass wir keine egoistischen Tiere sind, die von oben herab kontrolliert, reguliert und dressiert werden müssen. Es könnte außerdem zur Folge haben, dass der Kaiser keine Kleider trägt, dass ein Unternehmen mit selbstmotivierten Mitarbeitern vielleicht gut ohne Manager auskommt und eine Demokratie mit engagierten Bürgern keine Politiker mehr benötigt.“

Und mit den folgenden Zeilen können sich wohl auch viele Engagierte identifizieren, die sich für die Frohe Botschaft einsetzen: „Wer sich für den Menschen einsetzt, wird auf Schritt und Tritt verspottet und beschimpft. Man wäre naiv. Einfältig. Jede Schwachstelle in der Argumentation wird gnadenlos aufgedeckt. Was das angeht, wäre es einfacher, Zyniker zu sein. Der pessimistische Gelehrte, der in seinem Armsessel vom menschlichen Defizit faselt, kann vorhersagen, was er will. Wenn sich seine Prophezeiungen nicht erfüllen, kann er trotz- dem noch behaupten, im Recht zu sein. Denn wer weiß, ob sich die verderbte menschliche Natur nicht in der Zukunft offenbaren wird? Und vielleicht haben uns seine weisen Worte vor Schlimmerem behütet? Der Untergangsprophet klingt ach so tiefsinnig, was auch immer er von sich geben mag. Die Gründe für die Hoffnung sind dagegen stets nur vorläufig.“

Foto: Ausstellung „Les journées photographiques de Léhon – Renaissance du vivant“ des Léhon Audio Photoclubs in der Bretagne im Sommer 2023

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