Das wandernde Volk Gottes
Georg Plank

Das wandernde Volk Gottes

Othmar Krenn legt für Graz St. Lukas ein klares Konzept vor, eine Idee, die sich durch das Gesamt des Baues zieht: Kirche als wanderndes Gottesvolk. Das Vorbild, der Topos: das Alttestamentliche Gottesvolk, unterwegs aus der Knechtschaft, durch Wüste und Not, unterwegs zum Gelobten Land. Dieses Bild der Kirche ist neben anderen ein Bild, das beim letzten Konzil oft verwendet wurde.

Das Kreuz (zwar im Boden fixiert) „lehnt“ an der Wand: wie ein Pilgerstab kann es genommen werden und dem Volk, der Prozession, vorangetragen werden. Das Tabernakel erinnert an ein Zelt, Zelt Gottes unter den Menschen“. „Ich will in ihrer Mitte wohnen“ … und andere Bibelverse drängen sich auf. Bundeszelt wird assoziert.

Die Sessio erinnert an die tragbaren Sessiones visitierender Bischöfe. Oder eben wieder daran, daß Exodus passiert. Und daß Paschah, ,,Vorübergang des Herrn“, symbolisiert wird.

Der Altar ist der Fels. Das einzige Stück von Wucht und Gewicht. Der Eckstein, der Bestand hat. Der Fels des Heiles. Der Ort des Opfers. Und dieser Fels ist mit einer Stahlhaut, einer Stahldecke verhüllt … Der Ambo erinnert an die Jakobsleiter. Wo das Wort Gottes verkündet wird, begegnen einander Himmel und Erde, steigen die Engel zwischen Himmel und Erde … Graz St. Lukas kann sich glücklich schätzen, daß ein so kraftvoller Künstler sich der Gestaltung ihrer Kirche annimmt.

Quelle: Josef Fink: Zwischen allen Stühlen, S.97, Weishaupt Verlag, vgl. https://www.weishaupt.at/?area=1&x=5&y=12&s=Josef+Fink

Impuls: Welche Kirche möchte ich besuchen, weil ihre Architektur und ihre künstlerische Gestaltung mich inspirieren?

 

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