Den Blüten trauen
Georg Plank

Den Blüten trauen

Ja, ich bin viele Tode gestorben. Ich selbst in der Erfahrung von Sünde und Schuld. Ich bin viele Tode mitgestorben, wenn ich die Menschen auf ihren letzten Wegen begleitet habe zum Grab. Ich bin viele Tode gestorben als Leidender und Mitleidender. Und gerade deshalb weiß ich, daß das Ostermysterium der Kirche ins Innerste des Geheimnisses Gott und Leben vordringt. Das Kreuz ist kein Ende. Das Sterben ist kein Ende. Sterben ist die Geburt in das Neue. Und das Sterben am Karfreitag sagt, daß Gott beim Sterben dabei ist, daß er dort, wo ich selbst nichts mehr zu bestimmen habe, wo ich entmündigt bin- daß er dort mich birgt. Und im Arm hält wie eine Mutter ihr Neugeborenes hält und im Schoß birgt.

Wir wechseln Kreuz und Tod wie einen Mantel. Nach dem Frost des Winters und des Todes ist er nicht mehr vonnöten. Ich trete in die Sonne hinaus. Der Frühling jauchzt her. Es wird Zeit, den Blüten zu trauen und dem Gesumme der Bienen. Der Honig des Lebens lockt in den Blüten, der Tanz des Lebens beginnt. Kein Wunder, daß ich so fröhlich bin. Ich fühle mich so tief geborgen wie selten.

Quelle: Josef Fink: Auf Sendung S.23, Weishaupt Verlag, vgl. https://www.weishaupt.at/?area=1&x=5&y=12&s=Josef+Fink

Impuls: Ich möchte heute ganz besonders auf alle Pflanzen achten und ihrer Botschaft vernehmen.

 

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