Der Geist als Närrin
Georg Plank

Der Geist als Närrin

Pfingsten. Die Christenmenschen denken hoffentlich über den Heiligen Geist nach, allen Menschen würde es nicht schaden, an diesem Tag einmal innezuhalten und des Geistes zu gedenken. Denn der Heilige Geist und der Geist, der die Materie prägt, sind eines. Aus dem Lager der kosmischen Vordenker tönt es seit Jahrzehnten: Materie an sich gibt es nicht, der Geist ist die Wirklichkeit, die zählt. Oder – knapp und lapidar – die Summe eines lebenslangen Denkens, der Satz des alten Carl Friedrich von Weizsäcker: „Das Eigentliche des Wirklichen ist Geist.“ …

Es gibt noch immer relativ viele Menschen, die mit der Wirklichkeit des Geistes wenig oder nichts anzufangen wissen. Und nicht nur weltliche Menschen, sondern auch religiöse und kirchliche.

Ich habe regelmäßig Bauchweh, wenn ich einer kirchlichen Veranstaltung beiwohne und da – möglichst zu Beginn – lauthals der Heilige Geist um sein Kommen ersucht wird. Etwa mit dem von mir sehr geliebten Lied: „Komm, Schöpfer Geist, kehr bei uns ein, besuch das Herz der Kinder dein.“ Da denke ich ketzerisch immer an die Mainzer Fasnacht, wo auch der Vorstand des Narrentreibens fragt: „Wolle mer ihn reinlasse? Wolle mer den Narren reinlasse?“

Denn nicht anders wird der Heilige Geist, eigentlich sollte man ja sagen, die Geistin, denn der Geist, die Ruach Jahwe, die columba, Täubin, ignis, Feuer, sind Verben feminini generis, weiblichen Geschlechts.

Zurück zum Satz: Die Geistin wird durchaus wie ein Narr behandelt, dessen Anwesenheit man nicht allzu lange erträgt und die man möglichst umgehend an die himmlische Adresse retourniert.

Quelle: Josef Fink: Auf Sendung, S.45, Weishaupt Verlag, vgl. https://www.weishaupt.at/?area=1&x=5&y=12&s=Josef+Fink

Impuls: Will ich die RUACH reinlassen – in mein Denken, mein Wollen und mein Tun?

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