Der größere Geist
Georg Plank

Der größere Geist

„Wir gehen einer völlig religionslosen Zeit entgegen; die Menschen können einfach, so wie sie nun einmal sind, nicht mehr religiös sein … Der Mensch hat gelernt, in allen wichtigen Fragen mit sich selbst fertigzuwerden, ohne Zuhilfenahme der Arbeitshypothese Gott. In wissenschaftlichen, künstlerischen, auch ethischen Fragen ist das eine Selbstverständlichkeit geworden. Es zeigt sich, daß das alles auch ohne Gott geht, und zwar ebensogut wie vorher. Ebenso wie auf wissenschaftlichem Gebiet wird im allgemein menschlichen Bereich Gott immer weiter aus dem Leben zurückgedrängt, er verliert an Boden.“ (Bonhoeffer „Widerstand und Ergebung“, 1943/44).

So schien es in der Tat. Und zwar weltweit … Bis auf einmal die Tendenzwende kam, durch verschiedene Gründe verursacht. Die Physik erfuhr ihre Grenzen … Nach den Publikationen der Elisabeth Kübler-Ross, des Raymond Moody, des Paul Becker u.v.a. hat nun der Psychologe und Spezialist für Tiefenpsychologie, Friedrich W. Doucet, ein Buch mit dem Titel „Forschungsobjekt Jenseits – Fakten und Analysen“ (Wien 1979) veröffentlicht, in dem er im letzten Kapitel selbstsicher „Das Leben nach dem Tode als Konsequenz moderner Wissenschaften“ fordert …

Der Gott der ehrfürchtig gewordenen Wissenschaftler ist ein unendlich größerer Gott als der Kirchengott … Wir werden unseren Evangelisten Johannes und seine zentrale Lehre, daß Gott Geist ist, noch gut lesen und lernen müssen. Sonst sind wir es eines Tages, die den Geist, der weht wo er will, wieder einmal verpaßt haben.

Quelle: Josef Fink: Gott ist jung, S.104, Weishaupt Verlag, vgl. https://www.weishaupt.at/?area=1&x=5&y=12&s=Josef+Fink

Impuls: 80 Jahre nach seinem Märtyrertod möchte ich mich heute mit Dietrich Bonhoeffer beschäftigen.

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