Der junge Gott
Georg Plank

Der junge Gott

Vor kurzem war eine Gruppe junger Leute bei mir. Das Gespräch, das sich mit einer Stunde erledigen sollte, wurde zum Dialog über einen ganzen Nachmittag. Ein Satz ergab den anderen.

Man wollte von mir schlichtweg alles wissen: Demokratieverständnis in Zeiten wie diesen. Vorlieben in der Politik, der Kunst. Die hartnäckige Frage vor allem nach dem aufrechten Gang.

Irgendwann fiel dann die Frage: Haben Sie selbst eigentlich Vorbilder, Idole …

Endlich meinte ich: Wenn es für mich seit meiner Kindheit bis heute jemanden gibt, dem ich mich hundertprozentig auf Gedeih und Verderb anvertrauen kann, dann ist es der stets junge Gott aus Galiläa, Jesus von Nazareth. Der hält den Vergleich mit allem und jedem stand.

Es war eine sehr nachdenkliche, stille Runde geworden.

Der ewig junge Gott, der zu Weihnachten als Baby in der Krippe gefeiert wird und mit seinem frischen Kinderlachen die Greisenblicke der uralten Welt in die immer neue Verzückung führt.

Dieses Kind läßt mich die Vergreisung der Zeit leichter ertragen. „Wir haben das Alter unserer Sünden“, hat Francois Mauriac gesagt. Vor dem Antlitz des Babys werde ich wieder jung.

Quelle: Josef Fink: Gott im Alltag, S.242, Weishaupt Verlag, vgl. https://www.weishaupt.at/?area=1&x=5&y=12&s=Josef+Fink

Impuls: Heute (an meinem Geburtstag) bin ich dankbar für viele junge Menschen, die mich beleben und inspirieren.

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