Die große Zeit
Georg Plank

Die große Zeit

Auf dem Zionsberg bin ich vor ein paar Jahren einem Amerikaner begegnet, der angesichts des Felsendomes und der Klagemauer ganz außer sich war über das Alter der heiligen Stätten in Jerusalem. Ein wenig mußte ich als Abendländer lächeln, als er mir sagte, er käme immerhin auch aus einer für US-Verhältnisse sehr alten Stadt, nämlich aus Philadelphia …

Ich sagte dem enthusiastischen Amerikaner, er müsse unbedingt nach Jericho hinabfahren, da unten gäbe es eine Ausgrabungsstelle eines Stadtturmes, der um einiges älter sei als die ältesten Stücke in Jerusalem: etwa neuntausend Jahre alt nämlich …

Nach diesem Gespräch habe ich viel nachgedacht. Über die Zeit. Über ein Milliarden Jahre altes Universum. Über ein paar Milliarden Jahre der Existenz des Lebens auf unserer Erde. Über die kurze Spanne der Menschheit auf der Erde, immerhin auch ein paar Millionen Jahre. Und dann über mich. Meine sekundenkurze Zeit. Zwar sind die Moleküle meines Körpers in den Jahrmilliarden der Weltgezeiten das geworden, was sie heute sind. Und schon wieder nicht sind. Denn allein in einer Sekunde werden acht Millionen rote Blutkörperchen in meinem Körper geboren, Millionen anderer Zellen sterben… – Ich stürzte wieder einmal ins Staunen ab.

Die große Zeit Gottes und meine Zeit bedenkend.

Quelle: Josef Fink: Auf Sendung S.221, Weishaupt Verlag, vgl. https://www.weishaupt.at/?area=1&x=5&y=12&s=Josef+Fink

Impuls: Was könnte ich heute tun, um wieder das Staunen einzuüben?

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