Man lebt nur einmal
Georg Plank

Man lebt nur einmal

Märchenweisheit: Zu einem Herrscher kam einer und fragte, wie man den tausenderlei Einflüssen der Welt, die jede klare Ausrichtung auf die wesentlichen Dinge des Lebens verhinderten, entgehen könne.

Der Herrscher befahl ihm, ein bis an den Rand mit Öl gefülltes Gefäß durch eine große Stadt zu tragen, ohne auch nur einen Tropfen zu verschütten. „Rinnt nur ein Tropfen über den Rand, bist du des Todes.“

Zwei Soldaten mit gezücktem Säbel begleiteten ihn. Es war Kirmes in der Stadt. Gestoße. Wirbel. Hektisches Treiben.

„Nun, was gab es in der Stadt zu sehen?“ fragte der Herrscher den Zurückgekehrten. „Das weiß ich nicht. Ich habe niemanden gesehen, nichts gehört.“ „Da hast du das Mittel: Blicke hinfort mit gleicher Anstrengung auf dein Ziel, und nichts wird dich hindern, es zu erreichen.“

Man kann diese Märchenweisheit für vieles strapazieren. Für Tüchtigkeit im Beruf. Für Konsequenz in Bildung. Aber man kann diese Weisheit auch anwenden in der Suche nach dem letzten Sinn unseres Lebens.

„Man lebt nur einmal“, sagt der Narr; man lebt nur einmal, sagt der Weise.“ Was wohl genauer stimmt?

Quelle: Josef Fink: Gott im Alltag, S.106, Weishaupt Verlag, vgl. https://www.weishaupt.at/?area=1&x=5&y=12&s=Josef+Fink

Impuls: In einer Zeit der unendlichen Ablenkungen möchte ich heute bewusst eine Zeitlang keine elektronischen Geräte verwenden.

 

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