Nestwärme
Georg Plank

Nestwärme

In der Ausstellung „Frauen imaginieren Gott“, die derzeit im Kulturzentrum bei den Minoriten in Graz zu sehen ist, sind mehrfach Bilder und Objekte zu finden, die ganz direkt unter die Begriffe Geborgenheit und Nestwärme fallen.

Eine Arbeit gefällt mir besonders gut. Sie heißt „Imaginationskoffer“ und stammt von der Grazerin Erika Thümmel. Das Objekt ist ein großer Koffer in der Dimension der alten Seemannskisten. Im Inneren enthält dieser Koffer den Körperabdruck der Künstlerin, schön mit weichem Plüsch austapeziert.

In diesem Koffer kann man sich beschützt fühlen. Von allen Seiten ist man von Weichheit und Wärme umfangen. Dort, wo Mund und Nase atmen müssen, sind Atemlöcher angebracht … Mich erinnert der Koffer an die Findlingstheologie des Alten Testamentes: Weil Israel nichts galt unter den Völkern, fand Jahwe es lieb. Er trug es im Arm, gab ihm Geborgenheit und Nestwärme. Und er gab dem Findling den Kosenamen „Jeschurun“ (der kleine Gerechte).

Quelle: Josef Fink: Gott im Alltag, S.214, Weishaupt Verlag, vgl. https://www.weishaupt.at/?area=1&x=5&y=12&s=Josef+Fink

Impuls: Heute wieder ein Buchtipp: Martin Grunwald – HOMO HAPTICUS. Warum wir ohne Tastsinn nicht leben können.

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