Niemandes Knecht
Georg Plank

Niemandes Knecht

„Er wird alle Tränen von ihren Augen abwischen: Der Tod wird nicht mehr sein, keine Trauer; keine Klage, keine Mühsal. Denn was früher war, ist vergangen. Er, der auf dem Thron saß, sprach: Seht, ich mache alles neu.“ (Offb 21, 4-5)

Gott macht alles neu, heißt es in der Bibel. Und ich lese diesen Text ganz und gar aktuell. Da gibt es derzeit ein sogenanntes Kirchenvolksbegehren, das eine umfangreiche Erneuerung der Kirche will. (Anmerkung: Von Laien initiiert im Zuge der Groer-Affäre 1995)

Manche, auch Bischöfe, sind dagegen. Ich bin dafür. Denn mündige, verantwortungsbewußte Menschen und Christen melden sich zu Wort. Sie wollen Wahrheit und Ehrlichkeit.

Von meinem Vater habe ich gelernt, nie jemandes Knecht zu sein. Er hat, wiewohl Todesstrafe darauf stand, in dunkler Nacht die Glocke der Dorfkapelle abgehängt, die zur Kanone umgegossen werden sollte, und im Maisacker vergraben. Nie jemandes Knecht!

Eines Tages stehe ich vor meinem Gott, und da werde ich nur nach mir selbst befragt. Da stehe nur ich selbst zur Debatte. Ich ganz allein. Da wird nicht mein Gehorsam befragt. Da wird meine Liebe, da wird meine Wahrhaftigkeit befragt.

Gerade deshalb, weil meine geliebte Kirche in Not ist, widerspreche ich denen, die dieses Kirchenvolks-Begehren abwerten wollen. Gott selbst sagt: Ich mache alles neu.

Quelle: Josef Fink: Gott im Alltag, S.215, Weishaupt Verlag, vgl. https://www.weishaupt.at/?area=1&x=5&y=12&s=Josef+Fink

Impuls: Was kann ich heute tun, um aufrecht und frei meinen Tag zu leben?

 

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