Zeitgenössisch
Georg Plank

Zeitgenössisch

Vor kurzem habe ich wieder Katecheten in die Moderne eingeführt: Immer dasselbe: Leute, die sich erstmals oder zumindest erstmals gründlich mit der Moderne befassen, sind einfach fasziniert, wie reichhaltig, wie visionär und wie schön auch die Kunst dieses Jahrhunderts sich dartut.

Sind die ersten Berührungsängste vorbei, sind die ersten Informationen da und erschließt sich so nach und nach ein bis dato sperriges Bildwerk, stellt sich Begeisterung ein, kommt Freude auf, und die Neugier treibt dazu, immer mehr zu erfahren und zu erkennen. Und so mancher bedauert, daß er sich erst so spät mit der Kunst dieser Zeit eingelassen hat. Denn so manches Rebus dieser Zeit erschließt sich erst über das Bild („Man versteht niemals etwas, bis man das Bild davon gesehen“, Gilbert Keith Chesterton) …

Plötzlich erkennt einer, daß nach Auschwitz die Passion Jesu besser über die Bilder des „Totentanzes“ von Alfred Hrdlicka als über die Blätter eines Albrecht Dürer meditiert werden kann. Oder ein anderer erfährt, daß dem Jugendlichen heute das Ostermysterium sich eher über ein Bild von Manessier denn über Grunewald erschließt, oder der Professor einer Maturaklasse entdeckt, daß das Oeuvre des mystischen Marc Rothko einem kritischen jungen Menschen mehr sagt als die temperamentvollst gemalte Disputa eines Renaissancekünstlers, wie groß immer der sein mag.

Wenn mir solches gemeldet wird, sage ich immer. Stellt euch doch dieser Zeit. Kauft doch die Bücher aktueller Kunst. Geht in Ausstellungen … Denn eines ist klar. Jesus sprach zeitgenössisch. Und Gottes Rede zum Menschen hat sich immer zeitgenössisch ereignet.

Quelle: Josef Fink: Zwischen allen Stühlen, S.238, Weishaupt Verlag, vgl. https://www.weishaupt.at/?area=1&x=5&y=12&s=Josef+Fink

Impuls: Kenne ich eine:n junge:n Künstler:in, den oder die ich in irgendeiner Weise unterstützen könnte?

 

Pfingstkalender

Georg Plank·Vor 4 Monaten ·2 min. Lesedauer

23.5.2026: „Zur Freiheit befreit"

Die Vergottung Jesu war eine unbestrittene Glanzleistung menschlichen Denkens (die Begriffe wie Person und Menschenrechte erst möglich machte), sie hatte...

Georg Plank·Vor 4 Monaten ·2 min. Lesedauer

22.5.2026: „Brotbrechen zukünftig"

Noch etwas charakterisiert das frühchristliche Brotbrechen: Es schließt in seiner Offenheit direkt an die Mahlgemeinschaften Jesu „mit Sündigen und Zöllnern“...

Schreibe einen Kommentar

Newsletter

Ich möchte am Laufenden bleiben.